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Die heutige Filiale von Ittel, Idesheim kommt urkundlich früher als die Pfarrkirche vor. Das Patronat der Pfarrkirche "Itele" besaß die Probstei des Stifts Pfalzel schon vor 1212. In dieser Zeit gehörten bereits "Hove, Wilre und Kile" (Hofweiler und Kyll) sowie "Hedensheim" (Idesheim) als Filialen zur Pfarrei. Patrone der Pfarrkirche waren die Heiligen Dionysius und Martinus (1743 wird statt Martinus der Hl. Sebastian genannt), die Kirche hatte 3 Altäre und 1 Kelch. Die Visitationen von 1743 und 1776 bescheinigen den Kirchen einen sehr schlechten Zustand, demnach war die Pfarrkirche baufällig und sehr schlecht, die Kirche von Idesheim noch mit Stroh gedeckt und ruinös.
Der Turm der Pfarrkirche stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Der Neubau der Kirche von 1791 erhielt 1810 einen dreiseitigen Chorabschluss und wurde 1927/27 durch Architekt Monz, Trier, um die Giebelfront für den nach Norden liegenden Haupteingang erweitert. Der frühere Hochaltar ist jetzt in Meißen, der jetzige kommt aus Baustert. Die beiden früheren Seitenaltäre stehen in Masthorn. Am 1.8.1901 schlug der Blitz in den Turm, der wiederum im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde. Zwei Glocken des Geläutes von 1901 wurden im ersten Weltkrieg abgeliefert, die dritte kam nach Zemmer. Drei neue Stahlglocken wurden 1920 angeschafft. 1948 Einbau einer Ölheizung. Erweiterung der Sakristei und Umgestaltung des Kirchenvorraumes. 1950 wurde der Kirchturm erhöht und ein Jahr später ein neuer Fußbodenbelag eingebaut. Hierbei änderte sich auch das Aussehen des Altarraumes. 1952 wurde die Kirche mit einem neuen Innenanstrich versehen. Am 8. August 1982 wurde gemeinsam mit dem Goldenen Priesterjubiläum von Pfr. i. R. Matthias Wolsfeld die Orgelweihe gefeiert.

Quelle: Orgelweihe in Ittel - Goldenes Priesterjubiläum von Pfr. i. R. Matthias Wolsfeld 8. August 1982

Kirchenpatron - Heiliger Dionysius von Paris

Gedenktag am 9. Oktober
Dionysius wurde vom römischen Bischof Fabianus um 250 zusammen mit sechs Gefährten als Missionar nach Gallien geschickt und war vermutlich der erste Bischof der römischen Stadt Lutecia Parisiorum, dem heutigen Paris. Nachdem er dort zu predigen angefangen hatte, ordnete der römische Gouverneur seine Verhaftung an und ließ ihn enthaupten. Sein Mut und seine Predigt haben viele Menschen von Jesus begeistert, so dass man sich noch Jahrhunderte später an ihn erinnerte und ihn in Frankreich und den Nachbarländern als Kirchenpatron gewählt hat. Die Figur in Ittel zeigt ihn als Bischof mit Mitra und Stab. Als Patron und Beschützer hält er ein kleines Model der Pfarrkirche in der Hand.
Als Nebenpatrone wurden früher auch Martin von Tours und Sebastian verehehrt.

Der Ort Hofweiler hatte spätestens seit dem 16. Jahrhundert eine Kapelle, die stets zur Pfarrei Ittel gehörte. Ursprünglich wurde die Heilige Agatha als Patronin der Kirche genannt, 1656 und 1713 taucht der Heilige Markus als Kirchenpatron auf. Die alte Kapelle wurde offenbar um 1780 erneuert und stand neben dem Haus Markusstraße 3. Im Jahr 1930 wurde sie abgerissen. Eine Erweiterung an Ort und Stelle war wegen der in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Häuser nicht möglich und so wurde ein Standort am Rande der damaligen Ortslage in Richtung Ittel ins Auge gefasst. Das Baugrundstück für den Kirchenneubau wurde von Landwirt Bernhard Schwickerath kostenlos zur Verfügung gestellt. Da die Kirchengemeinde jedoch durch die Erweiterung der Itteler Pfarrkirche und die Restaurierung der Idesheimer Kapelle bereits große Ausgaben hatte, musste der Kirchenneubau in Hofweiler ausschließlich von den Hofweilerer Einwohnern selbst finanziert und getätigt werden. Die Bauarbeiten wurden im Herbst 1931 begonnen und 1933 beendet. Die Kapelle wurde am 21. Mai 1933 benediziert. Den Zweiten Weltkrieg überstand die neue Kapelle in Hofweiler weitgehend unbeschädigt. Von den zum Einschmelzen abgelieferten Glocken blieb die historische Glocke von 1707 verschont und konnte nach dem Krieg zurückgeholt werden. Sie ist heute vorne im Chor neben dem Altar aufgestellt.  Im Jahre 1979 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung der Kapelle in Hofweiler, wobei der barocke Altar im Mittelpunkt der Bemühungen stand. Die bislang letzte Ausbesserung, vor allem an der wetterseitigen Außenfassade, wurde im Sommer und Herbst 1995, wiederum weitgehend in Eigenleistung Hofweilerer Bürger, vorgenommen.

Quelle: Die Katholische Filialkirche St. Markus in Hofweiler von Rudolf Müller

Kirchenpatron - Hl. Evangelist Markus

Gedenktag am 25. April
Von Markus wird schon in der Bibel erzählt. Eines der vier Evangelien ist nach ihm benannt und er hat die Apostelgeschichte aufge-schrieben. Er hält ein Buch und eine Schreibfeder in den Händen, die ihn als Schreiber kennzeichnen. Jedem der vier Evangelisten ist ein Symbolwesen zugeteilt. Markus wird mit einem Löwen dargestellt (Johannes mit Adler, Matthäus mit Engel, Lukas mit Stier). Markus war ein zum Christentum bekehrter Jude. Er war der Sohn einer Frau mit Namen Maria, in deren Haus die frühen Christen während der Zeit der Christenverfolgung ihre Treffen abhielten. So hat er schon als Kind von Jesus gehört und einige Jünger Jesu persönlich kennen gelernt. Er wirkte als Dolmetscher für den Apostel Petrus, der kaum griechische Sprachkenntnisse besaß und zog zusammen mit seinem Vetter Barnabas und Paulus wohl im Jahr 44 nach Antiochia in Pisidien, um dort die Botschaft Jesu zu verkünden. Er ist auch Patron der Stadt Venedig, für Bauarbeiter, Maler und Schreiber und wird als Beschützer gegen Unwetter angerufen. In dieser Tradition steht auch die Markusprozession. Ab dem Markustag wird in ländlichen Regionen um günstiges Wetter gebetet und der Wettersegen gespendet.

Im Tauschvertrag der Abtei Prüm mit dem Grafen Sigard aus der Villa Adinesheim im Bidgau im Jahre 844 wird die Kirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt als grundherrliche Filialkirche. Im Urbar Prüm, dem Güterverzeichnis der Abtei Prüm von 893 wird auch von einer Kapelle Edessem gesprochen, ebenso im Visitationsprotokoll des Erzbischofs von Trier vom Jahre 1570. Im Jahre 1717 wird der baufällige Turm teilweise abgebrochen und neu gebaut. Dabei  brennt das Strohdach der Kirche infolge Unvorsichtigkeit der Bauarbeiter ab. 1743 wurde es wieder mit Stroh gedeckt; 1776 wurde das Schiff neu gebaut und 1811 vollendet. Auf den Portalgewänden sind die Zahlen 1779 und 1811 zu finden. Der romanische Ostturm zeigt zweiflügelige durch eine Mittelsäule gegliederte Fenstern. Die Turmhalle ist rippenlos kreuzgewölbt und war ehemals Chorraum worauf noch die Sakramentsnische aus dem 16. Jahrhundert mit gotischem Stabwerk hinweist. Das Sakramentshaus liegt auf Fußbodenniveau, da der Fußboden um ein Vielfaches erhöht wurde. Die Glocken von 1717 wurden 1901 eingeschmolzen und die neuen Bronzeglocken für den ersten Weltkrieg abgeliefert. Nach dem Krieg wurden lediglich neue Stahlglocken angeschafft. Wertvoll war die alte Eingangstür, reich gestaltet mit Rokokoelementen. Eine neue Tür wurde später exakt nach einem Originalfoto wiederhergestellt. Während sich das äußere Bild der Kirche im 18. und 19. Jahrhundert außer dem immer fälligen Außenanstrich, der Erneuerung der alten Fenstern und des Strohdaches der Kirche und des Turmes wenig änderte, hat das Innere der Kapelle im Laufe der Zeit viele Veränderungen erfahren. Besonders der Altarraum wurde öfters umgestaltet. Der Altar wurde an die Stirnwand gerückt und so der Chorraum vergrößert, die Kommunionbank ganz abgebaut, die 14 Nothelferfiguren neu platziert. Die Tradition der Bittprozessionen der umliegenden Orte zur Verehrung der 14. Nothelfer in Idesheim ist leider ausgestorben. Der Kirchenraum wurde durch den Bau einer Empore vergrößert. Der größte Umbau im Inneren wurde aber Ende der 70er Jahre vollzogen: Das Kircheninnere wurde vollkommen erneuert: Mit Hauskollekten, Hilfe durch Sponsoren und der Gemeinde und vielen Stunden Eigenleistung von Freiwilligen Helfern wurde der sieben Jahre dauernde der Umbau bestritten. Zuschüsse gaben auch das Bistum, der Kreis, die Verbandsgemeinde und die Kirchengemeinde. Die Fertigstellung der Innenrenovierung der Filialkirche Idesheim wurde am 24./25. Mai 1986 feierlich begangen. Im Jahre 2018 kam eine kleine Pfeifenorgel hinzu, die links im Chorraum aufgestellt wurde.

Quelle: Aufzeichnungen von Peter Reichert, Idesheim, Ergänzungen Pfr. Kaufmann

Kirchenpatronin - Hl. Apollonia

Gedenktag im Bistum Trier am 11. Februar
Apollonia war eine angesehene Frau in Alexandria in Ägypten, die bei einer Christenverfolgung von der aufgehetzten Menge zusammen mit anderen Christen verschleppt wurde. Die Christen wurden aus den Häusern geholt, ihre Wohnungen geplündert und zerstört. Da Apollonia ihren Glauben an Jesus nicht ablegen wollte, ließ man sie einen grausamen Tod sterben. Apollonia trägt als Zeichen manchmal einen grünen Palmzweig (Symbol der Märtyrer) oder eine Zange mit einem Zahn in den Händen. Sie wurde gerne um Hilfe bei Zahnschmerzen angerufen und gilt als Patronin der Zahnärzte. Die Anfänge der Verehrung der heiligen Apollonia liegen im Dunkeln. Ihr Name taucht erst im 9. Jahrhundert in verschiedenen Martyrologien auf. Sie begegnet bei Florus von Lyon († um 860) unter dem Datum des 20. Februar und im Martyrologium des Ado von Vienne (um 800–874) am 9. Februar, der schließlich als Gedenktag ins Martyrologium Romanum einging. Ihr Gedenktag in der katholischen und der orthodoxen Kirche ist darum der 9. Februar im Bistum Trier wird sie am 11. Februar gefeiert.
Die Heiligenverehrung findet in der Kirche zu Idesheim eine besondere Ausprägung. Neben Figuren der Muttergottes und des Hl. Josef finden sich Figuren der 14 Nothelfer (Apollonia, Dionysius, Margareta, Blasius, Barbara, Georg, Vitus, Wolfgang, Christophorus, Katharina, Nikolaus, Rochus, Elisabeth, Oswald) darunter auch die Kirchenpatronin und als moderne Ergänzung der Hl.Johannes Bosco. Die Kirchenfenster tragen Bilder von Heiligen, die besonders in den bäuerlichen Familien beliebt waren und als Schutzpatrone für Vieh und Landwirtschaft galten (Bruder Konrad, Werner, Wendelin, Antonius der Einsiedler, Isidor, Martin von Tours, Notburga und Leonhard).

Marienkapelle in Kyll

Der kleine Weiler Kyll, an einem historischen Übergang am gleichnamigen Fluß gelegen, hat in seiner Geschichte nur wenige Häuser aufzuweisen, dementsprechend niedrig war auch die Einwohnerzahl. Dennoch wurde 1895 eine kleine Kapelle gebaut die der Unbefleckten Empfängnis Mariens geweiht ist. Dorthin zieht alljährlich am Abend vor Christi Himmelfahrt von Ittel aus eine Fußprozession, um in der Kapelle die Heilige Messe zu feiern.

Kriegergedächtniskapelle in Idesheim

Die Kriegergedächtniskapelle (Architekt J. Monz, Trier 1912) inmitten des Friedhofs, stellt eine Besonderheit dar. Der Putzbau auf kreuzförmigem Grundriss trägt eine Kuppel mit Laterne, in der eine kleine Glocke hängt, die zum letzten Geleit per Hand geläutet wird. Diese Kapelle und eine Zange, als Hinweis auf das Martyrium der Hl. Apollonia, Patronin der Filialkirche, wurden in das Gemeindewappen aufgenommen.